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Die Preisträgerinnen Paula Schulte Kellinghaus (2. v.l.) und Janina Zorn (daneben) mit Tanja Zocher, Referentin für Kunst und Kultur der Firma Merck (links), und Julia Reidel, 1. Vorsitzende des Fördervereins des Fachbereichs Gestaltung (rechts). Foto: Heinrich Völkel.

Merck-Preis für Design verliehen: Prämierte Arbeiten setzen sich mit Glück und Trauer auseinander

Paula Schulte Kellinghaus und Janina Zorn sind die Trägerinnen des Merck-Preis für Design im Wintersemester 2022/23. Die Auszeichnung ist mit 1.000 Euro pro Person dotiert und würdigt die Gestaltungsleistungen am Fachbereich Gestaltung der Hochschule Darmstadt (h_da). Vergeben wird der Preis vom Förderverein des Fachbereichs mit Unterstützung der Firma Merck. Prämiert werden herausragende, richtungsweisende Abschlussarbeiten auf den Gebieten Kommunikationsdesign und Industriedesign. 

Von Simon Colin, Redakteur Hochschulkommunikation

Janina Zorn erhält den Merck-Preis für Design in der Kategorie Kommunikationsdesign. In ihrer Diplomarbeit »Glück lernen« hat sie ein Workshopkonzept für Schulen zum Thema Glück entwickelt, das sowohl jahrgangs- als auch schulübergreifend einsetzbar ist. Es lässt sich im Rahmen einer Projektwoche in den regulären Schulunterricht integrieren. Kernstück ist ein visuell ausgearbeitetes Workbook als Leitfaden für den Unterricht und Inspirationsquelle für die Schülerinnen und Schüler. Ergänzt wird es durch ein Begleitheft mit zusätzlichen Informationen für Lehrkräfte und durch ein Set aus fächerübergreifenden Fragekarten. 

Die Jury lobt Janina Zorns "sensiblen Blick und ihren lösungsorientierten Ansatz. Es gibt einen sehr dringenden Bedarf an mehr Lebenszufriedenheit für junge Menschen. Gleichzeitig fehlen den meisten Lehrpersonen im Arbeitsalltag schlichtweg die Kapazitäten für eine eigenständige Aufbereitung dieses großen Themas. Auf einer außerordentlich soliden inhaltlichen Basis schafft Janina Zorn eine praxisnahe Lösung: den inhaltlichen Leitfaden für eine Projektwoche mit konkreten Tagesplänen und sämtlichen methodischen Bausteinen.“ Die Arbeit wurde betreut von Professorin Isabel Jägle.

Paula Schulte Kellinghaus erhält den Merck-Preis für Design in der Kategorie Industriedesign. In ihrer Diplomarbeit „Trauer und Transformation“ beschäftigt sie sich damit, dass Trauer oft tabubesetzt ist oder verdrängt wird. Ihr mehrteiliges Objekt aus beleuchteten Grabgläsern richtet sich an die Trauergemeinde und soll dazu beitragen, dass die Trauernden miteinander und mit der verstorbenen Person in Verbindung bleiben. Die Gläser sind individualisiert in Farbe und Form und ergeben zur Bestattung ein Monument, das die Facetten des Verstorbenen und die Gemeinschaft der Trauernden symbolisieren soll. Für die Zeit der akuten Trauer nehmen die Trauernden ihr Glas mit nach Hause, bis es zu einem späteren Zeitpunkt gemeinsam mit den anderen Gläsern wieder am Grab platziert wird.

Die Jury urteilt: „Paulas Projekt ist eine objekthafte Antwort auf das spürbare gesellschaftliche Bedürfnis eines ehrenvolleren Umgangs mit dem Tod. Es geht ihr um die Integration der Trauer in unsere moderne Gesellschaft. Schönheit und Sensibilität dieser Arbeit haben die Jury berührt. Sie ist von einer Kostbarkeit und Zerbrechlichkeit wie das Leben. Und alle sind verbunden.“ Betreut wurde die Arbeit von Professor Justus Theinert.

Der Jury des Merck-Preis für Design gehören aktuell an: Julia Reidel, 1. Vorsitzende des Fördervereins des Fachbereichs Gestaltung, Atelier Löwentor (Darmstadt), Brigitte Schneider, Head of Brand Design bei Merck, Daniel Erdwiens, Mitinhaber des Designbüros „Daniels + Erdwiens“ (Darmstadt), Brita Wiesbach, Mitgründerin der Kommunikationsagentur „U9 visuelle Allianz“ (Offenbach) sowie die mit dem Merck-Preis für Design 2022 ausgezeichneten Constantin Boes und Kira Eisel.

Hintergrund
Der Merck-Preis für Design wird seit 2022 zweimal jährlich zum Semesterabschluss vergeben vom Förderverein des Fachbereichs Gestaltung der Hochschule Darmstadt mit Unterstützung der Firma Merck. Prämiert werden jeweils zwei herausragende, richtungsweisende Abschlussarbeiten auf den Gebieten Kommunikationsdesign und Industriedesign. Das Preisgeld beträgt 1.000 Euro pro ausgezeichneter Abschlussarbeit.