Grüner Campus
All about that urban green!
KNE-Kampagne 2026 zu Stadtgrün und Stadtökosystemen
Die Kampagne "All about that urban green!" hat das Ziel...
… für das Thema Stadtgrün am Campus als ein Bestandteil von Stadtökosystemen zu sensibilisieren und darüber zu informieren, welchen Wert Stadtgrün für all seine Bewohner:innen, vom Menschen über Kleinsäuger bis hin zu Insekten, hat.
… Wissen darüber zu vermitteln, wie jede:r dazu beitragen kann, Stadtgrün zu schaffen oder aufzuwerten – auf dem Campus und auch zu hause.
… zum Mitmachen anzuregen und selbst zu dem Thema aktiv zu werden.
… das vorhandene Stadtgrün auf dem Campus und das Leben darin zu fördern.
Stadtgrün am Campus
Was ist eigentlich Stadtgrün?
„Stadtgrün oder urbanes Grün umfasst alle Formen grüner Freiräume und begrünter Gebäude. Zu den Grünflächen zählen Parkanlagen, Friedhöfe, Kleingärten, Brachflächen, Spielbereiche und Spielplätze, Sportflächen, Straßengrün und Straßenbäume, Siedlungsgrün, Grünflächen an öffentlichen Gebäuden, Naturschutzflächen, Wald und weitere Freiräume, die zur Gliederung und Gestaltung der Stadt entwickelt, erhalten und gepflegt werden müssen. Auch private Gärten und landwirtschaftliche Nutzflächen sind ein wesentlicher Teil des Grüns in den Städten. Auch das Bauwerksgrün mit Fassaden- und Dachgrün, Innenraumbegrünung sowie Pflanzen an und auf Infrastruktureinrichtungen gehören dazu. Alle diese Formen des städtischen Grüns werden auch als „Grüne Infrastruktur“ bezeichnet, da sie – vergleichbar mit der „grauen Infrastruktur“ – zahlreiche wirtschaftliche, soziale und ökologische Leistungen erbringen“
(Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, 2015; Grün in der Stadt – Für eine lebenswerte Zukunft, S. 7).
Mit anderen Worten: Jedes noch so kleine Fleckchen Grün in der Stadt – vom eigenen Vorgarten über die begrünte Verkehrsinsel und die Dachbegrünung bis hin zum Stadtpark – wird als „Stadtgrün“ bezeichnet. Dazu zählen somit auch alle Grünflächen, die sich an unseren h_da-Standorten befinden.
Warum und für wen ist Stadtgrün wichtig?
Vom Stadtgrün profitiert alles Leben in der Stadt: Menschen ebenso wie Tiere – beispielsweise Insekten, Vögel und Säugetiere wie Eichhörnchen, Igel und Fledermäuse.
Für den Menschen erfüllt Stadtgrün zahlreiche ökologische, gesundheitliche und soziale Funktionen:
- Es kühlt im Sommer durch Verschattung und Verdunstung die Umgebung und erhöht damit die Aufenthaltsqualität im urbanen Raum.
- Grünflächen verbessern die Luftqualität, speichern CO₂, fördern die Biodiversität und können die Wahrnehmung von Lärm vermindern.
- Ein Aufenthalt im Grünen kann die Erholung bei Krankheiten unterstützen, den Blutdruck senken und Bewegung ermöglichen.
- Grünflächen reduzieren Stress, steigern das psychische Wohlbefinden und fördern das soziale Miteinander, da sie Orte der Begegnung schaffen.
Folglich kann sich Stadtgrün sehr positiv auf die menschliche Gesundheit auswirken (vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, 2015; Grün in der Stadt – Für eine lebenswerte Zukunft, S. 45 ff.).
Auch für Tiere und Pflanzen ist Stadtgrün von zentraler Bedeutung. Urbane Grünflächen sind vielfältig gestaltet und schaffen dadurch unterschiedliche Lebensräume. So tragen sie wesentlich zur Artenvielfalt und Biodiversität in der Stadt bei.
Ökosysteme. Gleichzeitig erhöht eine vielfältige, gut vernetzte Vegetationsstruktur die ökologische Widerstandsfähigkeit gegenüber Schädlingen, Trockenstress oder Extremwetter.
Stadtgrün und Klimawandel
Hilft Stadtgrün bei der Anpassung an den Klimawandel?
Ja! Stadtgrün wirkt sich positiv auf die Resilienz von Städten gegenüber Klimawandelfolgen aus. Resilienz beschreibt die Fähigkeit eines Systems, Störungen zu verkraften, sich an veränderte Bedingungen anzupassen und dabei seine grundlegenden Funktionen aufrechtzuerhalten.
Stadtgrün verbessert als Teil von Stadtökosystemen nicht nur die aktuelle Lebensqualität, sondern schützt Städte auch langfristig. Im Zuge des Klimawandels ist mit zunehmender Hitze, häufigeren Starkregenereignissen und längeren Dürreperioden zu rechnen. Stadtökosystemen mit ihrem komplexen Zusammenspiel aus Menschen, Tieren, Pflanzen, Böden, Wasser und bebauter Infrastruktur – und insbesondere Stadtgrün – kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Denn sie können, sofern sie „resilient“ sind, Belastungen durch den Klimawandel abpuffern, Schäden reduzieren und zur langfristigen Stabilität urbaner Räume beitragen.
Stadtgrün kann durch seine kühlende Funktion hohe Temperaturen abmildern. Grünflächen nehmen Regenwasser auf oder halten es zurück, entlasten die Kanalisation und tragen im Falle von Starkregen dazu bei, Überflutungen zu verhindern.
Im Klimawandel fungiert Stadtgrün somit als natürliche Klimaanpassungsstrategie (nature based solution):
Es reduziert städtische Hitzeinseln, schützt vor Überflutungen und stabilisiert lokale Ökosysteme.
Was ist die Rolle des Menschen im Stadtökosystem?
Der Mensch nimmt in Stadtökosystemen eine doppelte Rolle ein. Einerseits ist er Verursacher vieler Belastungen, etwa durch Flächenversiegelung, Emissionen oder intensive Nutzung. Andererseits kann er als gestaltender Akteur aktiv zur Stärkung der Resilienz beitragen – durch nachhaltige Stadtplanung, die Förderung naturnaher Grünräume, partizipative Pflegekonzepte oder eine klimaangepasste Pflanzenwahl.
Was braucht resilientes Stadtgrün?
Die Resilienz von Stadtökosystemen lässt sich insbesondere durch Entsiegelung, multifunktionale Grünflächen, Biodiversitätsförderung, die Vernetzung von Grünstrukturen sowie langfristige Pflege- und Nutzungskonzepte erhöhen. Entscheidend ist dabei ein integrativer Ansatz, der ökologische, soziale und ökonomische Aspekte zusammendenkt. So können Städte zu widerstandsfähigen, lebenswerten und zukunftsfähigen Lebensräumen werden.
Um all diese Funktionen erfüllen zu können, muss Stadtgrün vielfältig und intakt sein. Pflanzen und Tiere haben unterschiedliche Ansprüche an ihre Lebensräume: Manche bevorzugen trockene Standorte, andere benötigen viele Bäume, Totholz oder bestimmte Pflanzensorten. Ebenso vielfältig sind die Nutzungsansprüche der Menschen – ob Ruhe und Entspannung, Lernen oder Sport.
Damit Stadtgrün seine vielfältigen Funktionen dauerhaft erfüllen kann, muss es gesund und vital bleiben. Das setzt eine sorgfältige Pflege voraus. In Trockenphasen ist eine bedarfsgerechte Bewässerung unerlässlich, während in der Anwuchsphase optimale Bedingungen für eine gute Pflanzenentwicklung geschaffen werden müssen. Diese Anforderungen sollten von Beginn an in der Planung mitgedacht und berücksichtigt werden.
Umgesetzte und geplante Projekte
Neue Bäume vorm Hochhaus
Eine Idee aus einem Studiprojekt des Fachbereichs Bau- und Umweltingenieurswesen, umgesetzt vom KNE: Bäume im Kübeln um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Warum Bäume in Kübeln? Orte in der Stadt zu finden, an denen Bäume gepflanzt werden können, ist sehr schwierig. Häufig liegen Leitungen und Kabel unteridisch oder die Fläche wird so genutzt, dass eine Baumpflanzung nicht möglich ist. Durch die Pflanzung der Bäume in Kübel konnte kurzfristig mehr Grün am Campus geschaffen werden. Die Bäume können einige Jahre in den Kübel wachsen und dann im Zuge der Freiraumgestaltung vor Ort eingepflanzt werden.
Staudenbeete am Campus Schöfferstraße
Im Oktober 2025 sind durch die tatkräftige Unterstützung von Studierenden des Studiengangs Public Management und Informatik zwei weitere Staudenbeete und eine Vogelschutzhecke am Campus Schöfferstraße entstanden. Die Beete befinden sich neben dem Gebäude C16 und B15.
Abgepflastert! Staudenbeet auf entsiegelter Fläche am Campus Haardtring
Im Oktober 2025 haben wir auf einer entsiegelten Fläche am Haardtring bei A14 neue Pflanzen gepflanzt! Dort wo vorher auf 30 m² Kies und Pflastersteine waren, ist ein artenreiches Staudenbeet entstanden. Dadurch erhöhen wir dort die Aufenthaltsqualität und die Biodiversität und nehmen am deutschlandweiten Wettbewerb abpflastern teil. Die Fläche wurde zuvor durch eine Gartenbaufirma entsiegelt. Mitgepflanzt haben Studierenden, Promovierende und Mitarbeitende der h_da. Mehr zu der Aktion ist hier zu lesen.
Was wächst denn da? - Ein interaktiver Spaziergang über den Campus
Lust auf ein bisschen Bewegung draußen in der Mittagspause?
Du würdest dabei gerne mehr über unseren Campus lernen und etwas Gutes tun?
Dann komm vorbei zu einem unserer Was-wächst-denn-da-Campusspaziergänge!
Während dieser Spaziergänge werden wir zeigen, was bei uns so wächst, welche
Pflanzaktionen schon gemacht wurden, aber auch welche invasiven Arten hier wachsen. Diese werden wir, wenn möglich, gleich vor Ort gemeinsam ausrupfen!
Ihr braucht dazu nichts mit zu bringen und es wird kein Vorwissen benötigt.
Es werden Spaziergänge an der Schöfferstraße, an der Mathildenhöhe und in Dieburg stattfinden. Genauer Termine und Anmeldungsmöglichkeiten sind hier zu finden.
Urban Gardening bei B15
Wie sinnvoll ist es Mais im „urban farming“ – also in der Stadt – anzubauen? Welche Schaderreger sind hier problematisch? Um diese Fragen zu untersuchen, haben wir gemeinsam mit Prof. Dr. Göhre vom Fachbereich Chemie- und Biotechnik eine kleine Pflanzaktion hinter dem CuB Gebäude B15 durchgeführt. Helfende aus dem Fachbereic CuB und anderen Bereichen der h_da haben ein Bereich dort umgegraben und Demeter-Mais eingesäht. Studierende werden im Anschluss im Laufe der Zeit die Schaderreger verfolgen und Anbaustrategien entwickeln.
Im Oktober 2024 wirkten die Erstsemester des Studiengangs Public Management tatkräftig bei einer Pflanzaktion mit. Die Studierenden erhöhten die Artenvielfalt bestehender Grünstreifen durch vielfältige Neupflanzungen. Mehr dazu hier.
Im September 2024 wurde in einer gemeinsamen Aktion mit der Fachschaft Bau- und Umweltingenieurwesen der Außenbereich der Fachschaft bei A12 verschönert. Es wurden Betonkanus und Regentonnen bepflanzt um die Aufenthaltsqualität und die Biodiversität dort zu erhöhen. Mehr dazu hier.
Staudenbeete & Vogelschutzhecken bei A13
Im März 2024 wurden in einer gemeinsamen Pflanzaktion mit Freiwilligen auf der Wiese zwischen den Gebäuden A13 und A14 Stauden und Vogelschutzhecken eingepflanzt.
Krokusse und Co am Campus Schöfferstraße
Im Oktober 2023 wurden durch eine gemeinsame Pflanzaktion vor den Gebäuden A13 und C12 des Fachbereichs Maschinenbau und Kunststofftechnik Krokusse gepflanzt. Im November 2024 wurden weitere Zwiebelblumen auf anderen Flächen am Campus Schöfferstraße gepflanzt. Die Krokusse blühen im Frühjahr und im Herbst und sind eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten. Den Rest des Jahres sind die Wiesen frei nutzbar. Sie wollen mitpflanzen? Mehr Infomationen finden Sie hier.
Blühflächen auf dem Campus Schöfferstraße
Im September 2023 wurden einige Flächen durch veränderte Mahdkonzepte, Nachsaat und Neusaat auf dem Campus Schöfferstraße zu Blühflächen umgewandelt. Blühflächen fördern der Erhalt der Arten, da sie Nahrungsgrundlage und Lebensraum für viele Tiere und Insekten sind. Außerdem verbinden Sie einzelne Lebensräumen, wie Wälder und Felder miteinander. Mehr Informationen dazu und wie Sie mit helfen können diese zu schaffen finden Sie hier.
Kräuter- und Staudenbeet an der Mensa Schöfferstraße
Im April 2023 haben als erste Aktion eine Gruppe Freiwilliger aus Studierenden und Mitarbeitenden der h_da die Grünfläche vor der Mensa in ein Kräuter- und Staudenbeet umgewandelt. Hierfür trafen Sie sich an einem Samstag, um die Fläche umzugraben und Kräuter und Stauden zu setzen. In dem Beet befinden sich nun beispielsweise Ringelblumen, Thymian- und Lavendelpflanzen, die Bienen und anderen Insekten als Nahrung dienen. Mehr Informationen zu diesem Projekt und der dortigen Bepflanzung finden Sie hier.
All about that urban green! - Sei dabei!
Im Rahmen der Kampagne sind dieses Jahr eine Vielzahl von Aktionen geplant; kleine und größere Pflanzaktionen, Fahrradwerkstätten im Grünen, Entsiegelungen oder einfach Sport im Grünen. Für jede:n ist was dabei!
Hier direkt anmelden!