Meldung - Einzelansicht

ScienceWednesday: Digitalität in der Lehre

Auf dem Weg von der Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft zur Informations- und Wissensgesellschaft vollziehen sich neben rasanten technologischen auch tiefgreifende kulturelle Wandlungsprozesse. Die im Zuge unaufhaltsam fortschreitender Digitalisierung nahezu sämtlicher Lebensbereiche immer stärker wahrnehmbare Spaltung der Wirklichkeit in eine Ebene sinnlich erfahrbarer Alltäglichkeit und eine komplementäre, immaterielle Sphäre weltumspannender Daten- und Informationsströme verändert Prozesse, Biografien und Identitäten. Im Konzept der „Digitalität“ – verstanden im Sinne einer produktiven Vernetzung von analoger und digitaler Wirklichkeit – verschmelzen beide „Welten“ zu einer Realität, deren erweiterter Möglichkeitsraum gänzlich neue Perspektiven persönlichen und kollektiven Handelns eröffnet. Während Wissenschaft und Forschung das Potenzial der Digitalität im Blick auf ihre Möglichkeiten und Grenzen zumindest partiell diskutieren und in seiner Bedeutung für die Entwicklung der jeweils eigenen Disziplin kritisch reflektieren, blieben entsprechende Fragen im Bereich der Lehre lange Zeit ungestellt. Vor welche (individuellen) Herausforderungen sind die Lehrenden im Alltag gestellt? Ist das tradierte Set von Methoden und Werkzeugen zur Vermittlung von Kenntnissen, Fertigkeiten und Kompetenzen unter den aktuellen Bedingungen und vor dem Hintergrund der oben beschriebenen Entwicklungen noch adäquat? Braucht es neue didaktische Konzepte? Welche (infrastrukturellen) Voraussetzungen stehen für ihre Anwendung zur Verfügung oder müssen gar neu geschaffen werden? Auf alle diese Fragen gibt es bislang, wenn überhaupt, nur unzureichende Antworten.

Ort: F14 / 014
Zeit: 13:30 bis 14:15

Referent: Prof. Dipl.-Ing. Udo Gleim