Anmelden

Mehr Frauen in Forschung und Führung

Mit einer Kick-off-Veranstaltung startet heute offiziell das Verbundprojekt der hessischen Hochschulen, Mentoring Hessen, und stellt der breiten Öffentlichkeit das europaweit einmalige Programm zur Förderung weiblicher Talente vor.

Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, Präsident der Justus-Liebig-Universität Gießen und Sprecher der Konferenz Hessischer Universitätspräsidien (KHU) betont: "Es ist uns gelungen, alle Hochschulen eines Bundeslandes an einen Tisch zu bringen und renommierte Kooperationspartner aus der Wirtschaft sowie der außeruniversitären Forschung zu gewinnen, um die Karriereförderung für Frauen noch effektiver und wirkungsvoller zu gestalten. Gemeinsam möchten wir das Ziel einer ausgewogenen Gender-Balance und geschlechtergerechter Organisationskultur in Wissenschaft und Wirtschaft erreichen. Wir brauchen auch in Hessen mehr Professorinnen und mehr Frauen in Führungspositionen. Das Projekt nimmt in der europäischen Hochschullandschaft eine Vorreiterrolle ein."

Mentoring Hessen bietet eine aufeinander aufbauende Förderstruktur für Studentinnen, Doktorandinnen, Nachwuchswissenschaftlerinnen und den weiblichen Führungs­kräfte­-Nachwuchs. Durch Mentoring, Training und Networking werden junge Frauen in den entscheidenden Übergangsphasen unterstützt, praxisnah auf den Beruf vorbereitet und in ihren Karriereambitionen bestärkt. Für die Ziel­gruppe der Studentinnen liegt der Schwerpunkt auf den MINT-Fächern, ab der Promotionsphase werden Frauen aller Fach­richtungen gefördert.

Mentoring Hessen bietet vier Förderlinien für Teilnehmerinnen der hessischen Hochschulen: ProCareer.MINT unterstützt und bestärkt Studentinnen der MINT-Fächer in den entscheidenden Übergangsphasen. ProCareer.Doc steht Doktorandinnen und Post-Docs aller Fächer zur individuellen Karriereorientierung im Berufsübergang offen. ProAcademia fördert Post-Docs und fortgeschrittene Doktorandinnen, die sich bereits für eine wissenschaftliche Karriere entschieden haben. ProProfessur bietet passgenaue Unterstützung auf der Zielgeraden zur Professur.

Dr. Ulrike Kéré, Geschäftsführerin des Verbundprojektes ist sich sicher: "Mit Mentoring Hessen haben wir ein effektives Förderprogramm für alle Statuspassagen der akademischen Ausbildung aufgesetzt. Wir möchten junge Frauen während des Studiums und der Promotionsphase unterstützen und exzellente Wissenschaftlerinnen auf dem Weg zur Professur begleiten, aber auch Karrierewege außerhalb der Hochschulen aufzeigen - in der Wirtschaft, in außeruniversitärer Forschung und Verwaltung. Dafür ist die enge Kooperation mit renommierten Unternehmen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen von großer Bedeutung.

Die Förderallianz will strukturelle Nachteile ausgleichen, die Karrierechancen für Frauen verbessern und mehr Chancengleichheit für Frauen in Wissenschaft und Wirtschaft herstellen. Bereits während ihres Studiums oder der Promotion werden talentierte Frauen darin bestärkt, eine Hochschulkarriere oder eine Führungsposition ins Auge zu fassen. Mentoring Hessen bietet dafür die erforderliche Struktur und vermittelt den Austausch mit erfahrenen Expertinnen.

Unterstützung ist immer noch notwendig, denn auch heute noch sind Frauen in Wissenschaft und Wirtschaft unterrepräsentiert. Der Professorinnen-Anteil liegt hessenweit bei 24,3 %. In den MINT-Fächern liegt der Wert sogar deutlich niedriger. So gab das Hessische Statistische Landesamt 2015 den Anteil an Professorinnen in den Ingenieurwissenschaften mit 10 % an. In der hessischen Wirtschaft sieht es ähnlich aus. Hier betrug 2016 der Anteil von Frauen in Führungspositionen insgesamt 22,4 % (Bundesdurchschnitt 22,5 %) - in den Vorständen und Aufsichtsräten liegt auch hier der Wert deutlich niedriger.

Mentoring Hessen
Das Förderprogramm Mentoring Hessen ist ein Verbundprojekt der elf hessischen Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Kooperation mit elf Unternehmen, drei Forschungseinrichtungen und einem Ministerium. Es fördert wirkungsvoll und nachhaltig Frauen an den Hochschulen und trägt zu einer ausgewogenen Gender-Balance in Wirtschaft und Wissenschaft bei. Schirmherrin ist die Bundesministerin für Bildung und Forschung Prof. Dr. Johanna Wanka.

 

 

Zurück