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HAWtech-Hochschulen setzten sich beim Förderprogramm „Innovative Hochschule“ durch

Um den engen und wechselseitigen Austausch von Hochschulen mit Akteuren aus Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft als bedeutenden Motor für Innovationen zu stärken, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung das bundesweite Förder­programm "Innovative Hochschule" aufgelegt. Von den 118 Bewerbungen von 168 Hoch­schulen in der ersten Auswahlrunde, wurden 29 Projekte, an denen 48 Hoch­schulen beteiligt sind, ausgewählt. Auf die Gewinner werden in den kommenden fünf Jahren 270 Millionen Euro verteilt. Zu den Gewinnern zählen auch die HTW Dresden und die Hochschule Darmstadt. "Wir sind natürlich sehr stolz darauf, dass sich zwei unserer Partner mit ihren Projekten derart profilieren konnten", sagt Prof. Marcus Baumann, Sprecher des HAWtech-Hochschulverbunds.

Die HTW Dresden ging gemeinsam mit dem Transferverbund "Saxony5 - Smart University Grid", welcher vier weitere sächsische Hochschulen umfasst, erfolgreich aus dem Wett­bewerb hervor. Kernidee des Kooperationskonzeptes ist eine stärkere Zusammen­arbeit der Hochschulen beim Transfer und der Kooperation mit Unternehmen und Organisa­tionen. Angelehnt an die modernste Organisationsform von elektrischen Energienetzen werden Wissensströme intelligent vernetzt, um sie besser am Bedarf der Partner in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft ausrichten. Letztlich sollen neue Erkenntnisse und Erfindungen schneller zum Wohle der Bürger und Verbraucher in innovative Produkte und Dienstleistungen umgesetzt werden.

Auch der Hochschule Darmstadt geht es in ihrem Projekt "SNE - Systeminnovation für nachhaltige Entwicklung - Transfer als Lernprozess in der Region" um Ver­netzungs­prozesse. Indem sie regionale Akteure unterstützt, möchte sie zur nach­haltigen Entwicklung beitragen. Das Vorhaben will die Transferaktivitäten der Hochschule in mehreren Phasen in ein "lernendes System" überführen. Zentrales Element ist dabei eine strate­gische Partnerschaft mit der Schader-Stiftung, mit der eine gemeinsame Gesellschaft gegründet wird. Eine Innovations- und Transformationsplattform führt die bestehenden Kooperationen mit politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Akteuren sowie Forschungseinrichtungen in der Region zusammen und richtet sie thematisch an den Herausforderungen "Nachhaltiger Entwicklung" aus.

Diese Projekte stehen exemplarisch für die Rolle der HAWs in ihren Regionen: die Vernetzung von Akteuren und der Transfer von Wissen zwischen Wissen­schaft, Wirtschaft und Gesellschaft. "Durch ihren Erfolg bei der 'Innovativen Hochschule', stellen die HTW Dresden und die Hochschule Darmstadt ein Schaufenster für ihren Hochschultyp und die HAWtech dar. Ich möchte ihnen daher ganz herzlich gratulieren", sagt Baumann. Gleichzeitig betont er, dass dieses Förderprogramm zwar begrüßenswert sei, da hiermit auch endlich die HAWs/FHs in den Fokus rückten, dass es jedoch hinsichtlich der Stärkung der Grundfinanzierung vor allem im Bereich Forschung eines wesentlichen Zuwachs bedürfe. "Das Programm 'Innovative Hochschule' geht in die richtige Richtung. Die kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland sind hinsichtlich ihrer Innovationskraft auf die Kooperation mit den HAWs/FHs angewiesen. Leider ist die Finanzierung des Transfers immer noch der Flaschenhals bei der Umsetzung von Inventionen in innovative Produkte. Ich appelliere an die Politik, hier noch mehr Mittel zur Verfügung zu stellen. An den HAWs/FHs gibt es noch erhebliches Potential, was nicht zuletzt durch die vielen eingereichten Projekte, die jetzt nicht gefördert werden können, belegt wird", so Baumann.

Starke Regionen, starke Hochschulen - Interessen verbinden
Unter dieser Leitidee schlossen sich 2009 sechs in den MINT-Fächern führende Hoch­schulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) in der Hochschulallianz HAWtech zusammen: Fachhochschule Aachen, HTW Berlin, Hochschule Darmstadt, HTW Dresden, Hochschule Esslingen und Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft. Sie eint die Überzeugung, dass exzellente Lehre und angewandte Forschung und Entwicklung von großer Bedeutung sind, um innovative Produkte und Verfahren am Wirtschaftsstandort Deutschland erfolgreich auf den Weg zu bringen.