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CeBIT 2015: Informatiker der h_da zeigen in Hannover vier Forschungsprojekte

Mit vier Forschungsprojekten ist die Hochschule Darmstadt (h_da) am Gemeinschaftsstand hessischer Hochschulen auf der weltgrößten Informationstechnikmesse CeBIT in Hannover beteiligt. Vom 16. bis 20. März präsentieren sich die Projekte aus dem Fachbereich Informatik in Halle 9 an Stand C 24 im Rahmen des „Technologie Transfer Netzwerk Hessen“. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler präsentieren Lösungen zur sicheren Kommunikation für Smartphones und Internet-Telefonie, ein Indoor-Navigationssystem für Menschen mit eingeschränkter Mobilität sowie einen sicheren Instant-Messenger.

 

„Wheel Scout Indoor“

Aktuelle Routenberechnungen von Navigationsprogrammen enden an Gebäuden und bieten in der Regel innerhalb der Gebäude keine Navigation an. Barrierefreie Wege zu finden, stellt für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen außerhalb und innerhalb von Gebäuden eine Herausforderung dar. Defekte Fahrstühle, zu hohe Steigungen und Treppen erschweren häufig  die Wegfindung. Genau hier setzt „Wheel Scout Indoor“ an. Das Programm erweitert die bereits vorhandene Anwendung „Wheel Scout“ um eine Indoor-Navigation. „Wheel Scout“ zeigt an, ob der Weg innerhalb von Gebäuden barrierefrei  (grün) oder nicht zu bewältigen ist (rot). Barrieren können entlang neu gewählter Routen außerhalb und innerhalb von Gebäuden  eingetragen werden, Nutzerinnen und Nutzer können die App somit jederzeit erweitern. Diese interaktive Funktionalität unterscheidet „Wheel Scout“ und „Wheel Scout Indoor“ von bereits auf dem Markt befindlichen Navigationssystemen. Für die Darstellung der Routen außerhalb von  Gebäuden greift die App über eine technische Schnittstelle auf das Kartenprogramm „Open Street Map“ zu und nutzt hier die Funktionalität der so genannten „Points of Interest“, mit denen Sehenswürdigkeiten markiert werden. „Wheel Scout “ markiert Barrieren mit eigens dafür entworfenen Barriere-Symbolen.  Innerhalb von Gebäuden werden die Routen und die Position der Benutzer via Bluetooth-Transmitter, so genannter Beacons, berechnet.  Am Messestand können Besucher beide Apps ausprobieren.

 

„AChord.im – The secure messenger“

Chat-Programme wie „Whats App“ werden massenhaft genutzt. Doch fortlaufende Enthüllungen über Datenmissbrauch haben Zweifel an Kontrolle, Vertraulichkeit und Integrität der eigenen Kommunikation gesät. „AChord.im“ ist ein offenes, plattformun-abhängiges und dezentrales Instant-Messenger-System, das Nachrichten, Bilder und Dokumente „Ende-zu-Ende-verschlüsselt“ und damit abhörsicher überträgt, um den Schutz der Privatsphäre der Nutzerinnen und Nutzer zu erhöhen. Der Datenaustausch innerhalb von Unternehmen oder Organisationen ist abgeschottet von öffentlichen Servern und Verbindungen möglich. Jede Nachricht oder Datei wird nicht nur verschlüsselt, sondern vor der Übertragung in kleine Teile gesplittet und auf unterschiedliche Knoten eines Peer-to-Peer-Netzes übertragen, so dass kein Server die ganze Nachricht hat – ein Abhören ist nicht möglich. Nur der Empfänger der Nachricht kann die einzelnen Teile zusammenfügen, entschlüsseln und auf seinem Endgerät lesen. Auf der CeBIT zeigt das Studierendenteam von Prof. Dr. Alois Schütte „AChord.im“-Apps für iOS, Android und Desktop PC. Künftig sollen Unternehmen das „Achord“-Kommunikationsprotokoll für sichere Kommunikation, Dateiübertragung und –synchronisation einsetzen können. Mehrere Projekte laufen bereits. Erste Prototypen werden auf der CeBIT vorgestellt.

 

„SECCO – secure customer authentication“

„SECCO“ ist ein Verfahren zur Echtzeitverifikation der Kundenidentität anhand des neuen Personalausweises in Verbindung mit einem NFC-fähigen Smartphone. „SECCO“ wird über das EXiST-Forschungstransfer-Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. Das Ministerium hat das Projekt mit einem Hauptpreis im Wettbewerb „IKT Innovativ“ ausgezeichnet. Die als Spin-off der h_da zu gründende „Authada GmbH“ entwickelt das Hochschulprojekt weiter. Zielgruppe sind Unternehmen der Finanzwirtschaft wie Banken und Versicherungen. „SECCO“ wurde speziell für Smartphones entwickelt und gewährleistet über seine patentierte Technologie einen zuverlässigen und gegenseitigen Identitätsnachweis per Telefon. „SECCO“ nutzt die elektronische Identitätsfunktion (eID) des neuen Personalausweises, mit der sich die Gesprächsteilnehmer gegenseitig authentifizieren. Das Auslesen der eID erfolgt drahtlos und verschlüsselt über die NFC-Schnittstelle im Smartphone. Das ist besonders benutzerfreundlich, da der Zugriff berührungsfrei erfolgt. Zudem wird auch der Sprachkanal verschlüsselt. Das macht „SECCO“ im Vergleich zu anderen Verfahren besonders sicher. „SECCO“ ist einer der Partner im „PersoApp“-Konsortium, das vom Bundesministerium des Innern unterstützt wird. Mit dem Projekt treiben Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft die Nutzung der Online-Ausweisfunktion des neuen Personalausweises voran. „PersoApp“ ist in Halle 7, Stand A 58 zu sehen. Das BMWi hat das Produkt in seine Messepräsenz in Halle 9, Stand E 24 integriert.


„TrustCom“– sichere und vertrauenswürdige Kommunikation

„TrustCom“ ist ein vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) gefördertes Forschungsprojekt unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Massoth. Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer Lösung zur Bekämpfung von Betrugs- und Angriffsversuchen in der Internettelefonie auf Basis von Big Data-Verfahren und einer Lösung zur sicheren Überprüfung der Echtheit der Benutzeridentität anhand mehrerer Faktoren (Mehrfaktorauthentifizierung). Dazu kooperiert die Hochschule Darmstadt mit einem Telekommunikations-Dienstleister aus Darmstadt sowie der Software AG. „TrustCom“ wird im Landesprogramm LOEWE gefördert. In diesem Rahmen soll ein System sicherer Kommunikation für Unternehmen im deutschen Mittelstand entwickelt werden.