CRISP wird Nationales Forschungszentrum

Das Cybersicherheitszentrum CRISP (Center for Research in Security and Privacy) in Darmstadt wird zum Nationalen Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit. Das gaben der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier und Wissenschaftsminister Boris Rhein beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel am Montag (8.) in Darmstadt bekannt. Für die an CRISP beteiligten Forscher der h_da bedeutet diese Entscheidung Bestätigung, Vertrauensbeweis und Planungssicherheit.

Die Einrichtung, unter deren Dach die h_da mit der Technischen Universität Darmstadt und den beiden Fraunhofer-Instituten IGD und SIT zusammenarbeitet, wird damit zum größten Forschungszentrum auf diesem Gebiet in Deutschland ausgebaut und dauerhaft gefördert. Damit einher geht eine deutliche, schrittweise Steigerung der jährlichen Landes- und Bundesförderung für CRISP auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Leiten wird das Zentrum Prof. Dr. Michael Waidner, Professor an der TU und Leiter des Fraunhofer Instituts für Sichere Informationstechnologie in Darmstadt (SIT).

"Ich bin stolz, dass Hessen hier im deutschlandweiten und internationalen Vergleich bereits heute eine Spitzenposition besetzt. Und ich freue mich sehr, dass der Bund mit Darmstadt einen Standort in Hessen für das neue Forschungszentrum ausgewählt hat", sagte Ministerpräsident Volker Bouffier. CRISP werde in der Fraunhofer-Gesellschaft so organisiert sein, dass auch Unternehmen in Hessen und in ganz Deutschland einfach und effizient von den neuesten Forschungsergebnissen profitieren können. Wissenschaftsminister Rhein sagte: "Wir haben in Hessen die wesentlichen Voraussetzungen dafür geschaffen, dass sich der Bund entschlossen hat, dieses neue Zentrum in Darmstadt signifikant zu unterstützen. Damit werden wir in Hessen, gemeinsam mit dem Bund, viele neue hochqualifizierte Arbeitsplätze schaffen und die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses zu diesem Schlüsselthema nachhaltig unterstützen."

Erst Ende Juli hatte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek das Darmstädter Forschungszentrum besucht. Dabei erlebte die Ministerin die besondere Expertise der h_da hinsichtlich biometrischer Erkennungsverfahren. Karliczek hatte die Forschung und Entwicklung am Standort Darmstadt als Katalysator für Cybersicherheits-Innovationen und die Verbesserung der IT-Sicherheit in Staat und Gesellschaft gelobt. CRISP sei ein Schulterschluss, der den beschleunigten Transfer in den Alltag ermögliche.

"Wir sind sehr froh über diese Entscheidung. Sie ist ein starkes Zeichen der Anerkennung für unsere exzellente Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf dem Gebiet der IT-Sicherheitsforschung", sagte Prof. Dr. Arnd Steinmetz, Vizepräsident Forschung und wissenschaftliche Infrastruktur der Hochschule Darmstadt. "Dass der Standort Darmstadt zum Zentrum für diese zentrale gesellschaftliche Aufgabe ausgewählt wurde, spiegelt das Vertrauen in unsere großen Kompetenzen. Das bedeutet nicht zuletzt eine dauerhafte Perspektive für die besten Köpfe auf dem Feld der Cybersicherheit." Als anwendungsorientierte Hochschule präge die h_da das Profil von CRISP maßgeblich, sagte Steinmetz. So leiste sie auf dem Feld des Identity Managements substanzielle Beiträge. Für Partner wie Institutionen und Unternehmen transferiere sie ihre Entwicklungen in die Praxis. Erste Ausgründungen aus diesem Forschungsfeld seien bereits erfolgreich in den Markt gestartet. Durch neu geschaffene Studiengänge und Vertiefungen stärkt und intensiviert die h_da zudem die Lehre auf dem Feld der IT-Sicherheit.

Hintergrund
IT-Sicherheit ist ein wichtiger Forschungsschwerpunkt an der h_da. Aktuell beschäftigen sich 13 Professoren in vier Arbeitsgruppen unter anderem mit Biometrie, Internetsicherheit und dem Entwurf sicherer Software und IT-Systeme. Oft geht es dabei um mobile und vertrauens­würdige Sicherheitslösungen und Telekommunikationsdienste zur gegenseitigen Identifizierung und Authentifizierung, also der Angabe und dem Nachweis von Identitäten.

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