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Die wichtigsten Fragen zu Systemakkreditierung

Die Akkreditierung ist ein Verfahren zur Qualitätssicherung an Hochschulen. Dabei wird die Qualität eines Studiengangs durch Expertinnen und Experten überprüft und bewertet. Hat ein Studiengang ein Akkreditierungsverfahren erfolgreich durchlaufen, erhält er eine befristete Akkreditierung.

In Hessen sind Studiengänge gemäß § 12 Abs. 2 HHG in der Regel vor Aufnahme des Studienbetriebs zu akkreditieren.

Akkreditierung im Hochschulbereich bedeutet die zeitlich begrenzte Anerkennung von Studienprogrammen im Rahmen eines geregelten Verfahrens. Bei einer erstmaligen Akkreditierung beträgt die Frist fünf Jahre, bei einer Reakkreditierung sieben Jahre.

Ziel der Akkreditierung ist es, fachlich-inhaltliche Standards sicherzustellen. Dabei werden nicht nur das Studienkonzept, die Erwerbsbefähigung der Studierenden und die Studierbarkeit des Lehrangebots überprüft, sondern auch die Ressourcen und die vorgesehenen Maßnahmen zur Qualitätssicherung. Die Reakkreditierung unterscheidet sich von der Erstakkreditierung im Wesentlichen dadurch, dass der zu reakkreditierende Studiengang bereits über einen bestimmten Zeitraum betrieben wurde.

Gegenstand der Programmakkreditierung sind Bachelor- und Masterstudiengänge staatlicher oder staatlich anerkannter Hochschulen in Deutschland. Hat ein Studiengang ein Akkreditierungsverfahren erfolgreich durchlaufen, erhält er eine befristete Akkreditierung mit oder ohne Auflagen und trägt für den Zeitraum seiner Akkreditierung das Qualitätssiegel der Stiftung zu Akkreditierung von Studiengängen in Deutschland (Akkreditierungsrat). Wenn Studiengänge in einem sinnvollen und begründeten Zusammenhang stehen, kann die Akkreditierung auch im Rahmen eines gebündelten Verfahrens durchgeführt werden (Clusterakkreditierung); gleichwohl bezieht sich die Akkreditierungsentscheidung aber stets auf den einzelnen Studiengang.

Gegenstand der Systemakkreditierung ist das interne Qualitätssicherungssystem einer Hochschule. Die Akkreditierung eines internen Qualitätssicherungssystems hat zur Folge, dass die Hochschule ihre Studiengänge selbst akkreditieren kann. Studiengänge, die nach den Vorgaben des akkreditierten Systems eingerichtet werden bzw. Gegenstand der hochschulinternen Qualitätssicherung waren, tragen ebenso wie die programmakkreditierten Studiengänge für den Zeitraum der Akkreditierung das Qualitätssiegel des Akkreditierungsrates.

Die Einführung der Systemakkreditierung stellt für die h_da einen weiteren Schritt in Richtung Autonomie, Selbstverantwortung und Verbesserung der internen Qualitätssicherung im Bereich Studium und Lehre dar.

Im Zuge des Bologna-Prozesses ist nach Vorgabe der KMK (Kultusministerkonferenz) eine kontinuierliche Qualitätsentwicklung der Bachelor- und Master-Studiengänge verpflichtend geworden. Die damit einhergehenden Prozesse der Programmakkreditierung gehören inzwischen zum "Tagegeschäft" und wurden in den zurückliegenden Jahren von den Fachbereichen erfolgreich umgesetzt.

Als systemakkreditierte Hochschule wird die h_da die Qualitätssicherung der Studiengänge im Rahmen der internen Studienprogrammentwicklung selbst verantworten und sie an bereits vorhandene Prozesse und die Bedürfnisse ihrer Strukturen und Mitglieder anpassen. Die Systemakkreditierung wird die h_da in die Lage versetzen, die Einführung, Weiterentwicklung und Qualitätssicherung von Studienprogrammen (noch) aktiver zu steuern und auf Veränderungen in Studium und Lehre schneller zu reagieren.

Die Einführung der Systemakkreditierung an der Hochschule Darmstadt wurde in Punkt 8.2 der Zielvereinbarungen 2016 - 2020 der h_da mit dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst als Ziel festgelegt.

Am 07.03.2017 beauftragte das Präsidium der h_da die Zentrale Organisationseinheit Service Studienprogrammentwicklung (SPE) mit der Planung, Organisation und Umsetzung der Systemakkreditierung.

Der Senatsausschuss für Hochschulentwicklungsplanung (HEP) dient als Entwicklungsplattform für die Systemakkreditierung. Er begleitet die Entwicklungsschritte und berät hinsichtlich der Passung des Systems zur Strategie der Hochschule.

Das Vorhaben und der erste Entwurf für eine h_da-Systemakkreditierung wurden sowohl im Senat als auch in den beiden Senatsgremien HEP sowie dem Senatsausschuss für Studien- und Prüfungsangelegenheiten (StuP) vorgestellt und von den Mitgliedern befürwortet.

Die ZOE SPE initiierte Gespräche und Diskussionen mit allen Fachbereichen, um deren Perspektiven und Anliegen mit in die Planung aufzunehmen. Am 20.06.2017 fand eine hochschulweite Auftaktveranstaltung statt, in deren Rahmen die Teilnehmenden grundsätzliche Fragen zu Qualitätssicherung und Akkreditierung an der Hochschule Darmstadt im Rahmen eines World Cafés diskutierten. Die Ergebnisse dieser Diskussionen wurden dokumentiert und flossen ebenfalls in die Planung der Systemakkreditierung mit ein.

Über die Website zur Systemakkreditierung werden alle neuen Entwicklungen rund um dieses Thema zeitnah veröffentlicht.

Mit der Auswahl einer Akkreditierungsagentur (ACQUIN) ist der erste wichtige offizielle Schritt in Richtung Systemakkreditierung getan. Der nächste Schritt im Verfahren wird sein, einen Antrag auf Zulassung zur Systemakkreditierung zu stellen, auf Grundlage dessen die Agentur eine Vorprüfung durchführen wird. Im Rahmen der Vorprüfung stellt die Agentur fest, ob die Hochschule die Zulassungsvoraussetzungen zur Systemakkreditierung erfüllt.

Ist die Zulassung erfolgt, erstellt die Hochschule eine Selbstdokumentation, in der die h_da ihr System der internen Qualitätssicherung von Studiengängen mithilfe aller relevanten Unterlagen darlegt. In dieser Zeit, die etwa ein Dreivierteljahr umfasst, werden die zur Akkreditierung anstehenden Studiengänge der h_da bereits das interne System der Qualitätssicherung durchlaufen.

Die erste Begehung durch eine Gutachtergruppe der Agentur erfolgt nach Prüfung der Selbstdokumentation. Sie dient der Klärung offener Fragen und der Bewertung des bislang vorliegenden Systems. Auf der Grundlage der Ergebnisse formulieren die Mitglieder der Gutachtergruppe einen Vorschlag für die zeitliche und inhaltliche Ausgestaltung einer zweiten Begehung und benennen die Unterlagen, welche die Hochschule bis zur zweiten Begehung ergänzend vorlegen muss. Des Weiteren legen die Gutachterinnen und Gutachter Stichproben fest, anhand derer relevante Merkmale der Studienganggestaltung, der Durchführung von Studiengängen und der Qualitätssicherung untersucht werden, um zu bestimmen, ob die im begutachteten System angestrebten Wirkungen auf Studiengangebene tatsächlich eintreten und die Studiengänge den Kriterien des Akkreditierungsrates für die Akkreditierung von Studiengängen und den Vorgaben der Kultusministerkonferenz sowie den landesspezifischen Vorgaben entsprechen. Die h_da stellt zusätzliche gewünschte Unterlagen zu den entsprechenden Bereichen zur Verfügung.

Die zweite Begehung erfolgt nach Begutachtung der entsprechenden Dokumentationen. Die Begutachtung dient dazu, das bestehende Qualitätssicherungssystem zu analysieren und Empfehlungen für seine Weiterentwicklung zu formulieren.