Direkt zum Inhalt springen
Abschnittsbild

Modularisierung

Module sind ein Verbund von Lehr- und Lerneinheiten, die inhaltlich und zeitlich abgeschlossen, schriftlich definiert, mit Leistungspunkten (ECTS) versehen sind und sich aus verschiedenen Lehrveranstaltungen zusammensetzen können. Die Zusammenfassung von Stoffgebieten zu Modulen, in Verbindung mit einer Strukturierung und Gliederung des gesamten Studiengangs, nennt man Modularisierung.

Sowohl innerhalb eines Fachs als auch aus verschiedenen Fächern lassen sich Module kombinieren und sind gemäß den BLK-Empfehlungen zur Modularisierung in Hochschulen sowohl inhaltlich (qualitativ) als auch hinsichtlich der zum erfolgreichen Abschluss erforderlichen Arbeitsleistung (quantitativ) beschreibbar und zu abprüfbaren Blöcken zusammengefasst. Der Zweck der Modularisierung des Studiums besteht vor allem darin die Lern- und Lehrziele für jedes einzelne Modul explizit zu definieren.

Die Modularisierung ist gemäß den Strukturvorgaben für die Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen (KMK Beschluss vom 05.03.1999) bei der Genehmigung gestufter Studiengänge immer nachzuweisen.

Modularisierung beinhaltet u.a. folgende Aspekte:

  • Ein Modul ist thematisch und zeitlich begrenzt, in sich abgeschlossen, mit Anrechnungspunkten („Credit-Points“) versehen und wird grundsätzlich mit einer Prüfung abgeschlossen
  • Insgesamt unterscheidet man drei Grundformen: 1. Pflichtmodule: Diese müssen von allen Studierenden belegt werden; 2. Wahlpflichtmodule: Die Studierenden können innerhalb eines thematisch eingegrenzten Bereich frei wählen; 3. Wahlmodule: Innerhalb des Studiengangs besteht die freie Auswahl innerhalb des Modulangebots
  • Für jedes erfolgreich abgeschlossene Modul erhält der Studierende sog. "Credit-Points"
  • Ein Modul kann Inhalte eines einzelnen Semesters oder eines Studienjahres umfassen
  • Die einzelnen Veranstaltungen können Vorlesungen, Übungen, Seminare, Praktika, Projektarbeiten und das Selbststudium beinhalten
  • Jedes Modul erhält eine Beschreibung über den Arbeitsaufwand ("student workload") und die zu vergebenen Leistungspunkte
  • Durch die Modularisierung lässt sich erkennen, ob der Studiengang in der vorgegebenen Zeit studierbar ist und ob der Lehrstoff pro Semester zu umfangreich (oder zu gering) ist. Die Beschreibung der Module soll den Studierenden eine zuverlässige Information über den Studienverlauf geben sowie Hinweise im Hinblick auf Gleichwertigkeit als Anrechenbarkeit beim Hochschulwechsel und schafft somit mehr Transparenz

Hochschulpolitisch werden mit der Modularisierung u.a. folgende Ziele verfolgt:

  • Internationalisierung und Flexibilisierung der deutschen Hochschulausbildung
  • Effizientere Studienorganisation durch bessere Strukturierung der Curricula und Studieninhalte
  • Transparente Darstellung der individuellen Studienverläufe
  • Nationale und internationale Marktfähigkeit der deutschen Hochschulabsolventinnen und -absolventen soll verbessert werden
  • Vereinfachte Anerkennung von Studienleistungen und damit Begünstigung der nationalen und internationalen Studierendenmobilität
  • Die Attraktivität der deutschen Hochschulen wird für ausländische Studierende erhöht  
  • Möglichkeit zur Gestaltung individueller Studienverläufe, z.B. im Hinblick auf Teilzeitstudien oder "lebensbegleitendes Lernen"
  • Die Studiengänge können den ständigen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt schneller angepasst werden


Dokumente

KMK - Rahmenvorgaben für die Einführung von Leistungspunktesystemen und die Modularisierung von Studiengängen (vom 15.09.2000 i.d.F. vom 22.10.2004)

BLK - Handreichung zur Modularisierung_2002

BLK - Leitfaden zur Modularisierung und Leistungspunktesystem_2004