
„Man könnte Darmstadt besser vermarkten“
... dies war das Fazit des Vortrages von Prof. Dr. Ralf Schellhase, mit dem er die 2. Business Club Konferenz der h_da im Grossen Saal der IHK einleitete. Und in der Tat war dies ein zentrales Ergebnis, über das am Ende der erfolgreichen Veranstaltung Konsens zwischen den 75 Referenten, Podiumsteilnehmern und Gästen herrschte.
Zum Einstieg in die Diskussion stellte Prof. Schellhase eine Studie zum Personal- und Standortmarketing vor, die im Rahmen eines Forschungsprojekts an der h_da durchgeführt wurde. Neben der Auswertung von zahlreichen Studien wie Städterankings oder Standortbewertungen wurden Interviews mit Studierenden von h_da und TUD geführt sowie Personalverantwortliche aus Unternehmen der Region persönlich befragt.
Die Studierenden äußerten sich zufrieden mit der zentralen Lage, der Größe und dem Sport- und Freizeitangebot, wünschten sich von der Stadt aber einen besseren Ausbau des ÖPNV, mehr Flair und Ausgehmöglichkeiten und kritisierten die hohen Mietpreise und das Stadtbild. Sie wünschten sich zudem, dass die Stärken von Darmstadt deutlicher betont werden.
Die Unternehmen gehen davon aus, dass es zukünftig schwieriger wird, Fachkräfte zu gewinnen. Etwa die Hälfte der Befragten klagt jetzt schon über einen Mangel an qualifizierten Mitarbeitern. Viele sehen daher den Aufbau einer Arbeitgebermarke, der sogenannten „Employer Brand“, als sehr wichtig an. Für Bewerber nimmt daneben auch der Standort einen zentralen Platz bei der Entscheidung für einen Arbeitgeber ein.
Im Anschluss stellte Herr Dr. Behrend, Geschäftsführer der IHK Frankfurt, die Ergebnisse der IHK-Unternehmensbefragung 2007 vor. Auf großes Interesse stieß auch der von Frau Stücker, ebenfalls IHK Frankfurt, erläuterte Demographie-Rechner der IHK-Organisation. Mit diesem können Unternehmen die Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Entwicklung ihrer eigenen Organisation prognostizieren.
„addicted to innovation“ lautet der Titel der regionalen Standortmarketingkampagne, die die IHK Darmstadt seit einiger Zeit verfolgt. Frau Rowedder und Frau Kind stellten das Konzept der Kampagne und erste Ergebnisse der Arbeit vor. Während man sich in der Vermarktung in der Vergangenheit eher überregional engagierte, wird man zukünftig einen stärkeren Fokus auf Zielgruppen in Darmstadt und seiner Umgebung legen.
Wie Unternehmen sich tatsächlich auf den sich verschärfenden Wettbewerb um qualifizierte Fach- und Führungskräfte vorbereiten, stellte Herr Bittlingmaier (VP Global HR) exemplarisch und anschaulich am Beispiel der Software AG dar. Insbesondere die konsequente Umsetzung der Unternehmenswerte in eine Employer-Branding Strategie vermochte die Zuhörer zu beeindrucken.
Das Sahnehäubchen der Veranstaltung stellte sicher die hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion dar. Kompetent und spritzig moderiert von Frau Prof. Dr. Annette Leßmöllmann (h_da, FB Media) erläuterten Herr Albert Filbert (Vorstandsvorsitzender HSE), Oberbürgermeister Walter Hoffmann, Dr. Markku Klingelhöfer (Merck), Frau Prof. Dr. Maria Overbeck-Larisch, Herr Karl-Heinz Streibich (CEO, Software AG) und Herr Dr. Vetterlein (Hauptgeschäftsführer IHK Darmstadt) ihre Vorstellungen von Maßnahmen im „Wettbewerb um Talente“. Oberbürgermeister Hoffmann stellte dabei die Darmstädter Branchenstruktur als „krisensicher, innovativ, vielfältig und familienfreundlich“ dar. Positiv bewertete Dr. Vetterlein das große Fachkräfte-Angebot der Region, das aus der Nähe zu drei Hochschulen resultiert. Verschiedene Maßnahmen wurden diskutiert, die einer stärkeren Vernetzung der regionalen Partner dienen und der Selbstdarstellungsschwäche Darmstadts entgegenwirken sollen.
