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Mi, 18.11.2009

Hochschule trauert um Absolventin

Eine Woche nach dem Tod ihrer Kommilitonin, Studentin und Absolventin Büsra haben etwa 300 Mitglieder der Hochschule Darmstadt in einer interreligiösen Trauerfeier der Verstorbenen gedacht. Es sprachen Geistliche der Evangelischen Hochschulgemeinde, der Katholischen Hochschulgemeinde und der islamischen Ditib-Moschee, die die Verstorbene besucht hatte.


Im Anschluss pflanzten Studierende des Fachbereichs Maschinenbau und Kunststofftechnik mit anderen Anwesenden zur Erinnerung und zur Mahnung einen Baum. Die kugelförmige Catalpa mit herzförmigen Blättern wird im Innenhof des Maschinenbau-Gebäudes wachsen, wo Büsra Mechatronik studierte.

Bereits einen Tag nach dem tragischen Ereignis hatten Mitglieder der Hochschule Darmstadt zusammen mit anderen Darmstädterinnen und Darmstädtern ihrer Bestürzung über den gewaltsamen Tod der jungen Frau Ausdruck verliehen. Etwa 1.000 Studierende und Beschäftigte aus allen elf Fachbereichen der h_da waren am Mittwochmittag zu einer ersten Gedenkfeier des Fachbereichs in das Maschinenbau-Gebäude am Campus Darmstadt gekommen. Eine lange Reihe von Menschen trug sich in die ausliegenden Kondolenzlisten ein und drückte Trauer und Fassungslosigkeit mit aufgestellten Kerzen und niedergelegten Blumen aus. Die Stadt Darmstadt, das Studentenwerk und andere Hochschulen zeigten ihre Anteilnahme.

Am 10. November war die 26-jährige Büsra auf dem Campus niedergestochen worden. Als Täter hat sich selbst ein 24-jähriger Mann bezichtigt, der sich noch am gleichen Tag der Polizei stellte und in Haft genommen wurde. Sowohl Opfer als auch Täter waren an der h_da immatrikuliert. Die junge Frau erlag noch am Tatort ihren schweren Verletzungen. Der sofort hinzu gerufene Notarzt konnte ihr nicht mehr helfen.

Der tragische Vorfall ereignete sich in einem Computerraum im Maschinenbau-Gebäude. Hier studierten Opfer und Täter Mechatronik. Die Polizei geht von einer Beziehungstat aus. Die Verstorbene hatte erst kürzlich ihre letzten Prüfungen im Bachelor-Studiengang Mechatronik erfolgreich absolviert. Nur die offizielle Bestätigung musste noch erfolgen. Das Dekanat des Fachbereichs Maschinenbau und Kunststofftechnik, Kanzlerin und Präsidentin der Hochschule würdigten ihre verstorbene Absolventin und deren langjährige Arbeit mit der Unterzeichnung der Abschlussurkunden im Anschluss an die erste Trauerveranstaltung. Diese übergab Präsidentin Prof. Dr. Overbeck-Larisch noch am selben Tag den Angehörigen der jungen Frau.

Prof. Dr. Overbeck-Larisch: „Unser Mitgefühl gilt in erster Linie den Hinterbliebenen der Verstorbenen. Wir wissen aber auch, dass es für die Angehörigen des Täters eine belastende Situation ist. Unser Dank gilt zudem den Notärzten, der Polizei und der Evangelischen Notfallseelsorge, die uns nach dem tragischen Ereignis schnell professionelle Hilfe geleistet haben.“

Nach dem Tod der jungen Frau betreute die Evangelische Notfallseelsorge um Pfarrer Heiko Ruff-Kapraun bis in den späten Abend Studierende, die Zeugen der schrecklichen Tat geworden waren. Einen Tag danach bittet die Hochschulleitung alle Betroffenen an der Hochschule aus dem Umfeld der Verstorbenen und Zeugen der Tat sich bei Bedarf zu melden. Die Hochschulleitung bietet an, seelsorgerischen und psychologischen Beistand zu vermitteln.