
IT-Sicherheitsstudie 2008
Ziel der explorativen Studie über die Einstellungen und Einschätzungen zukünftiger IT-Entscheider zum Thema IT-Sicherheit ist es herauszufinden, wie diese wichtige Gruppe von Personen das Thema wahrnimmt und ob davon ausgegangen werden kann, dass sie durch die Hochschulen angemessen für die Anforderungen der späteren Berufswelt vorbereitet wird. Die Online-Umfrage unter Studierenden der Informatik und informatiknaher Studiengänge fand im Sommersemester 2008 statt. Sie wurde als Handlungsversprechen für den Verein Deutschland sicher im Netz e.V. (DsiN) vom Branchenverband BITKOM und der Software AG in Auftrag gegeben und begleitet sowie von der Hochschule Darmstadt konzipiert und durchgeführt. Die Studierenden wurden in Kooperation mit Lehrstühlen bzw. Fachbereichen von drei Universitäten und drei Fachhochschulen angesprochen und war darüber hinaus für die Zielgruppe offen.
Charakterisierung der Antwortenden - 359 Antworten wurden ausgewertet,
75 Prozent der Antworten stammen von Männern. Bachelor-Studierende stellen mit knapp 50 Prozent die größte Gruppe, Diplom-Studierende machen weniger als 35 Prozent aus, mehr als 10 Prozent streben einen Master an. Die Antworten kommen von Studierenden jeden Semesters, 40 Prozent studieren im 4. Studienjahres (oder höherer). Der Informatikstudienanteil variiert. Informatikstudierende (Informatikanteil im Studium > 75 Prozent) stellen mit 45 Prozent die größte Gruppe. Mehr als drei Viertel erklären explizit, eine Führungsposition anzustreben.
Ergebnisse– Als Hauptergebnisse der Studie lassen sich ableiten:
•Die Studierenden geben dem Thema IT-Sicherheit im privaten und beruflichen Kontext hohe Bedeutung und Priorität, wenden selbst aber viele wichtige Sicherheitsmaßnahmen nicht konsequent an und ignorieren fortgeschrittene Techniken weitgehend.
•Das Lehrangebot im Studium ist deutlich zu gering. Selbst Studierende im 7. Semester (oder höher) erklären zu mehr als 60%, nicht mehr als eine einzige Lehrveranstaltung gehört zu haben, in denen IT-Sicherheit „angesprochen wird“! Fast drei Viertel aller abschlussnahen Studierenden wünschen sich mehr bzw. andere Lehrveranstaltungen.
•Kaum eine gesellschaftliche Gruppe berücksichtigt nach Meinung der Studierenden IT-Sicherheit ausreichend. Allen voran die Nutzer selbst, aber auch die Politik, von der über 80 Prozent derer, die sich eine Meinung zutrauen, meinen, dass sie nicht die richtigen Rahmenbedingungen setzt.
Schlussfolgerungen: Aus der Studie leiten sich weitere empirische
Forschungsfragen ab, sowie eindeutiger Handlungsbedarf an unterschiedliche Adressaten, insbesondere an Hochschulen und Studierende.
